Warum wir unsere Produkte nicht vegan labeln

Urbaner Rucksack

Wer dachte, dass Veganismus nur ein vorübergehender Hype ist, den strafen die aktuellen Zahlen Lügen: 1,13 Mio. Veganer leben 2020 in Deutschland. Tendenz steigend. Der Trend ist in Zeiten von Fleischskandalen und Co. für viele längst zu einer Lebenseinstellung aus Überzeugung geworden. Die beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf die Inhalte des Kühlschranks. Sie gilt für alle Lebensbereiche. Gerade Outdoor-Begeisterte, die sich bewusst, verantwortungsvoll und nachhaltig in der Natur bewegen, machen sich Gedanken über naturverträglich hergestelltes Equipment. Und so verwundert es nicht, dass wir vermehrt die Frage gestellt bekommen: „Sind eure Rucksäcke und Schlafsäcke eigentlich vegan?“

„Ja“ oder „Nein“? Die Antwort fällt nicht leicht. Wie so oft, ist die Realität vielschichtig. Gehen wir bei der Definition von „vegan“ in die Tiefe, stoßen wir auf ein komplexes Thema.

 

Was genau bedeutet „vegan“?

Der Veganismus respektiert die natürlichen Rechte der Tiere auf ihr Leben und eine freie, unversehrte Existenz. Daher verzichten Veganer auf alle Nahrungsmittel und Produkte tierischen Ursprungs, meiden Produkte für deren Herstellung Tiere indirekt in Mitleidenschaft gezogen werden oder lehnen jegliche Formen der Nutzung von Tieren ab, wie z. B. Tierversuche. So geht es bei der Bestimmung, ob ein Produkt vegan ist oder nicht, zum einen um die klar erkennbaren tierischen Materialien, wie Wolle, Daune, Filz, Leder, Horn oder Perlmutt. Zum anderen aber auch um all die Komponenten in der vorgelagerten Herstellungskette. Die könnten bei genauer Betrachtung tierischer Herkunft sein. Oder bei deren Herstellung könnte den Tieren Leid zugefügt worden sein. Hierunter fallen zum Beispiel: in textilen Verfahren verwendete Enzyme, Klebstoffe tierischen Ursprungs; in Tierversuchen getestete oder aus tierischen Bestandteilen hergestellte Farben, Kunststoffe aus Rohöl, die die Unterwasserwelt belasten; Pflanzenfasern aus Anbau, für den Pestizide verwendet wurden.

 

Wie vegan ist Outdoor-Ausrüstung wirklich?

Mit gutem Gewissen bewerben, dass man ein veganes Produkt herstellt, kann streng genommen also nur, wer die gesamte vorgelagerte Wertschöpfungskette überprüfen kann und  volle Transparenz über sämtliche, noch so kleine Bestandteile jedes Produktionsschritts hat. Dies ist nahezu unmöglich und macht das Deklarieren der Produkte als „vegan“ so schwierig. Dazu kommt, dass keine einheitliche, gesetzliche und oder geschützte Definition der Bezeichnung „vegan“ existiert. Aktuell verwendete Gütesiegel, basieren nicht auf einem einheitlichen Grundverständnis. Und so entscheidet jeder Hersteller selbst, ob er bei seinem Labeling nur die eingesetzten Hauptmaterialien oder alle Bestandteile seines Produktes als vegan deklariert.

 

Wir versprechen nur, was wir auch halten können

Wir haben beschlossen, dass wir nur das versprechen werden, was wir auch guten Gewissens halten können:

In den synthetischen Hauptmaterialien (Polyester oder Polyamid) unserer Deuter-Produkte kommen keine direkten tierischen Produkte zum Einsatz. Auch verzichten wir konsequent bei Zierelementen und überall dort auf tierische Materialien, wo es nicht elementar notwendig ist. Das ist Fakt.

Darüber hinaus verzichten wir überall, wo es nicht notwendig ist, auf den Einsatz tierischer Produkte.

 

Gemeinsam mit unseren Lieferanten sind wir um absolute Transparenz bemüht, doch können wir für die Produktionsprozesse in den Vorstufen keine hundertprozentig verlässliche Aussage treffen. Farbstoffe oder Coatings können chemische Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten. Dasselbe gilt für Bestandteile der Prozesschemie oder auch diverse Bestandteile von Maschinenölen zur Herstellung textiler Flächen.

Daher verzichten wir bewusst darauf, unsere Produkte als vegan auszuloben.

 

Langlebig, nachhaltig und wo es Sinn macht vegan

Für uns liegt der Fokus auf der Produktion nachhaltiger und langlebiger Produkte. Hier sehen wir unseren größten Beitrag zur sozialen und ökologischen Verantwortung. Dabei legen wir viel Wert auf die Auswahl, Herkunft und Verarbeitung der Materialien und faire, nachhaltige Bedingungen in unserer gesamten Produktionskette.

Die Nachhaltigkeitsbestrebungen in unserem Herstellungsprozess wurden bluesign ® zertifiziert (https://blog.deuter.com/was-bedeutet-bluesignzertifiziert-bei-deuter/). Seit 2020 bringen wir nur noch PFC-freie Produkte auf den Markt (https://blog.deuter.com/was-bedeutet-pfc-frei-bei-deuter/) und arbeiten an Lösungen Reststoffe zu recyclen und wieder in den Umlauf zu bringen.

Wir sind auf dem richtigen Weg unsere Nachhaltigkeitsziele und die zweckbezogenen Produktziele in Einklang zu bringen. Dabei steht der optimale Ressourceneinsatz an oberster Stelle. So verwenden wir vornehmlich Polyamid und Polyester für unsere Produkte, um deren Belastbarkeit und Langlebigkeit garantieren zu können. Und bei hochwertigen Schlafsäcken setzen wir ganz bewusst auf den natürlichen und nachwachsenden Rohstoff Daune, der in Funktionalität und Effizienz durch nichts zu schlagen ist. Hier kommen wir unserer tierischen Verantwortung nach, in dem wir nur RDS-zertifizierte Daunen einsetzen. (https://blog.deuter.com/worauf-solltest-du-beim-kauf-von-daunen-produkten-achten/)

 

Fazit

Uns allen liegt das Tierwohl und die Bewahrung unserer Natur am Herzen. Deshalb nehmen wir das Thema ernst, wägen die Notwendigkeit von Materialien tierischen Ursprungs verantwortungsbewusst ab und bemühen uns um maximal mögliche Transparenz unserer Herstellungskette.