Mit Kleinkind in die Berge – Tourentipps

3 Tourenvorschläge und Tipps für die eigene Tourenwahl

Diese Touren eignen sich für Wanderungen mit der Kraxe

Wilde Wasser Weg in den Stubaiern: Der insgesamt 9 km lange Weg gliedert sich in drei Etappen. Die erste Etappe führt zum Grawa Wasserfall, dem gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden.

Wasserfallweg Schraubenfälle Zillertal: Auf der 3 km langen Tour kann man das Naturschauspiel Wasserfall in allen Facetten erleben.

Zipfelbachwasserfall bei Hinterstein/Bad Hindelang: Die Bilder in diesem Artikel sind auf dieser Wanderung entstanden. Der Wanderweg zu den Fällen des Zipfelbachs befindet sich auf der Sonnenseite des Tales. Die relativ leichte, sonnenbeschienene Route eignet sich daher gut für den Saisonauftakt im Frühjahr. In Hinterstein selbst kann man herrlich an der Ostrach plantschen.

Darauf sollte ich bei der Tourenwahl achten

Beim Wandern mit Kleinkind muss man einige Dinge im Hinterkopf behalten. So sollte man mit Babys und kleinen Kindern nicht zu hoch wandern, da sie Probleme mit der dünner werdenden Luft bekommen können. Dies ist natürlich davon abhängig, wo ein Kind lebt und woran es gewöhnt ist. Als Richtwert gelten 2000 m.

Neben der Höhe sollte man bei der Tourenwahl darauf achten, dass das Gelände nicht unwegsam ist und man sicher laufen kann. Kinder sitzen in Kraxen hoch am Rücken und bekommen alle Unebenheiten mit. Vor allem kleine Kinder sollten nicht mit schwerem Gelände überfordert werden, da ihre Hals-, Rücken- und Bauchmuskulatur ruckartige Bewegungen noch nicht abfangen kann. Auch bei Durchgängen wie herabhängenden Bäumen oder Felsdächern muss man bedenken, dass sich die Kleinen weiter oben befinden als die Eltern!

Bei der Wahl der Tour ist es wichtig auf die Beschattung Acht zu geben. Gerade im Sommer kann es schnell zu heiß werden, wenn man länger in der Sonne wandert. Touren, die durch bewaldete Gebiete führen sind deshalb zu bevorzugen. Außerdem muss man meist mehr Zeit einplanen, als in der Tourenbeschreibung angegeben, da man häufig Pausen macht, das Kind gewickelt werden muss oder ein Stück des Weges selbst laufen möchte.

Pausen und Entdeckungen

Um den Kindern die Freude und den Spaß an der Natur liebevoll zu vermitteln sollte man auf ausreichend Pausen achten und diese nutzen, um die Natur zu erkunden. Dr. Micha Bahr, Direktor der Kinder- und Jugendchirurgie am Klinikum Ingolstadt, empfiehlt als Daumenregel, dass auf eine Stunde Tragen zehn bis 15 Minuten Pause eingeplant werden. In dieser Zeit soll das Kind aus der Kraxe genommen werden, spielen und seine Umwelt erkunden dürfen. Mama und Papa können sich etwas erholen und die Zeit nutzen, mit ihrem Kind zu kuscheln und gemeinsam die ungewohnte Umgebung zu erkunden.

Kinder finden es besonders schön, wenn die Wanderung an spannenden oder besonders schönen Punkten vorbeiführt wie einem Wasserfall, einem Bach in dem sie plantschen können, oder Tieren, die sie gut beobachten können. Zudem lassen sich die kleinen Naturforscher auch für Dinge in ihrem unmittelbaren Umfeld begeistern, wie ein Käfer oder ein Kleeblatt.

Der Spaß steht an erster Stelle

Beim Wandern mit Kind ist es wichtig, dass der Spaß im Vordergrund steht. An manchen Tagen geht es problemlos mit einem Kleinkind in der Kraxe, an anderen Tagen ist das Kleine einfach nicht gut drauf. So kann es sein, dass man auch manchmal eine Tour vor dem Ziel abbrechen muss oder vor lauter Käfer oder Wasserfallgucken nur einen Kilometer weit kommt. Flexibilität und Spontanität sind wichtig, wenn man mit Kleinkindern unterwegs ist. So bleibt auch der Spaß und die Freude am Wandern erhalten und viele schöne Bergmomente sind garantiert.