Über Nacht im Festsaal der Alpen – die Bernina Gruppe

 

„Festsaal der Alpen“, so wird die Bernina-Gruppe im Engadin gerne bezeichnet. Ein anmutiges Sinnbild angesichts der gewaltigen, in den Himmel ragenden Gletscherberge mit dem Piz Bernina als ihrem König. Denn auch wenn er mit 4.049 m nicht der höchste Viertausender ist, so übertrifft er doch in puncto Schönheit und Eleganz die Höheren um Längen. Je nach Betrachtungsweise ist der Piz Bernina zudem der einzige Viertausender der Ostalpen. Oder der östlichste Viertausender der Westalpen und zählt gemeinsam mit dem Gran Paradiso (4.061 m) und der Barre des Écrins (4.101 m) zu den großen Einzelbergen des Alpenraums, deren Massive in besonderem Maße selbstständig sind.

Bernina Gruppe

Der Piz Bernina hat drei Gipfel. Wer den Hauptgipfel besteigen möchte, kann dies von zwei Seiten tun. Über den Nordgipfel, den Piz Bianco (3.995 m), mit dem berüchtigten Biancograt – dem wohl schönsten Eisgrat der Alpen. Oder über den, an der Landesgrenze zu Italien verlaufenden Grat des Südgipfels, die Spalla (4.020 m), der auch als Normalweg bezeichnet wird. Die Überschreitung von Nord nach Süd gehört zu den Hochtouren-Klassikern und lockt versierte Bergsteiger aus aller Welt, wie Fabian Buhl und Michael Bückers.

Die zwei Alpinisten – der eine Profi-Bergsteiger, der andere Mitglied im Lehr- und Prüfungsteam der deutschen Bergführerausbildung und deuter Mitarbeiter, haben ihre ganz eigenen Geschichten, die sie mit diesem Berg verbinden. „Für mich ist die Bernina ein magischer Ort. Das liegt vor allem an den Erzählungen einer Besteigung meines Opas, die ich als Kind immer wieder zu Ohren bekommen habe und die mich seither auf meinen Touren in diesem Gebiet begleitet. Auch ich habe hier viele einprägsame Erlebnisse sammeln dürfen – vom markerschütternden Röhren der Hirsche in der Morgendämmerung bis hin zur erfolgreichen Rettung eines Skitourengehers aus einer Lawine am Piz Palü.“ reflektiert Michi Bückers. Und auch sein Seilpartner Fabian Buhl assoziiert mit der Bernina Region: „Für mich gehört sie zu einer der faszinierendsten Alpenregionen. Ich finde rund um den Piz Bernina geht es immer noch beschaulicher zu als an vielen anderen prestigeträchtigen Bergen der Alpen. Und irgendwie bilde ich mir ein, dass hier immer ein ganz besonders schönes Licht ist.“

 

Biwak im Schnee
Michi Bückers und Fabian Buhl haben sich einen Biwak Platz am Spallagrat im Schnee gesucht.

Und so beschließen die beiden einmal gemeinsam den Piz Bernina zu besteigen. Sie wählen dafür bewusst eine späte Jahreszeit. Im November ist es schon recht einsam dort oben, denn die Hütten haben geschlossen und die Temperaturen können eisig werden. Die Tour startet am Bahnhof von Pontresina. Von dort aus geht es hinein ins lange flache Val Roseg. Sommers wie winters fährt hier eine Pferdekutsche. Die bequemere Alternative zum langen „Talhatscher“. Dann geht es hinauf zur Tschierva Hütte. Das Moränengelände nach der Tschierva Hütte ist im stetigen Wandel und der Weg hat sich allein in den letzten 10 Jahren, aufgrund von Murenabgängen zweimal dramatisch geändert. Nach einer kurzen Gletscherpassage geht es hinauf zur Fuorcla Prievlusa, einer Einsattelung, die den eigentlichen Start des Biancogrates bildet. Der Anfang des Biancogrates hat noch einen recht hohen Felsanteil, während der zweite Teil zum Piz Bianco aus dem weltberühmten Eisgrat besteht. Um von dort zum Piz Bernina zu gelangen, muss noch einmal eine sehr ausgesetzte Felspassage überwunden werden. Perfekte Verhältnisse findet man dort, wenn der Fels weitgehend trocken ist, der Eisgrat aber trotzdem noch genügend Schneeauflage und Trittfirn hat. In winterlichen Verhältnissen jedoch sind die Felspassagen nicht zu unterschätzen. Der Abstieg verläuft dann über den deutlich kürzeren, aber dennoch ausgesetzten, Spallagrat hinab zur Marco e Rosa Hütte.

Bernina Alpintour
„Und irgendwie bilde ich mir ein, dass hier immer ein ganz besonders schönes Licht ist.“, so Fabian Buhl über die Bernina.

Auch wenn nach einer letzten schwierigeren Passage, die im Abstieg normalerweise abgeseilt wird, schon fast die Hütte zu sehen ist, entscheiden sich Fabi und Michi zu verweilen. Sie wollen das milde Wetter ausnutzen und statt im ohnehin kalten Winterraum der Hütte zu nächtigen, diesen wundervollen Platz genau hier am Spallagrat als Biwakplatz nutzen. Nicht ganz ohne Hintergedanken, denn sie wären nicht Fabi und Michi, würden sie der Tour nicht ihre eigene Note geben. Die beiden leidenschaftlichen Paraglider hatten bereits im Vorfeld die Idee, von der flachen Rippe, die den Spallagrat verlängert, zu starten und ins Tal zurückzufliegen. Nach gründlicher Planung packten sie deshalb kurzentschlossen neben ihrer alpinen Ausrüstung auch noch das Paragliding Equipment, einen Schlafsack und einen kleinen Kocher für eine warme Mahlzeit und einen warmen Tee ein.

Bestens präpariert also, schlagen die beiden ihren Biwakplatz im unteren Teil des Spallagrates auf. Michi hat Arbeit mitgebracht. Er und Fabi wollen die neueste Version des Astro Pro, einem Daunenschlafsack, der speziell für Bergsteiger und alpine Anforderungen entwickelt wurde, auf Herz und Nieren testen. Michi arbeitet bei dem Rucksack- und Schlafsack-Hersteller deuter im Bereich Entwicklung alpiner Produkte und Sport Marketing. So ganz kann er zwischen Arbeit und Freizeit nicht trennen. Will er auch nicht, denn er vereint einfach seine Leidenschaft und seinen Beruf. Und so genießen die beiden warm verpackt in ihren Schlafsäcken den leuchtend roten Himmel. In der Ferne meinen sie den Gran Paradiso zu erkennen. Was für eine Fernsicht, was für ein Schlafplatz.

 

Biwak auf dem Gipfel
So lässt es aushalten: in den warmen Schlafsack gehüllt mit Blick in die Alpen.

 

Nach einer Nacht unter wunderschönem Sternenhimmel im Schlafsack stehen die beiden noch vor Sonnenaufgang auf. Der Astro Pro hat gehalten was er verspricht: beide Bergsteiger haben nicht gefroren und sind ausgeruht und voller Energie. Michi strahlt. Die monatelange Tüftelei hat sich ausgezahlt. Ein einfaches Frühstück, das auf knapp 4000 Metern so lecker wie ein 5 Sterne Michelin Menü schmeckt, dann packen sie ihre Sachen zusammen. Für die Jahreszeit ist es erstaunlich warm und es herrscht kaum Wind. Die Flugbedingungen scheinen perfekt zu sein. Daher steigen die beiden konzentriert die letzten Meter des Spallagrates hinab in Richtung Marco e Rosa Hütte. Sie wählen ihren Startplatz an der flachen Rippe. Von hier sieht man das lange Tal in dem der Morteratschgletscher hinaus fließt perfekt ein. Es ist der direkte Weg ins Tal. Etwas über 8 km sind es, die sie sich mit dem Gleitschirm sparen wollen. Zu viel Gegenwind darf dabei allerdings auch nicht herrschen, sonst reicht es nicht bis zum Bahnhof in Morteratsch und sie müssten irgendwo an den Ausläufen des stark zurückgegangenen Morteratsch Gletschers landen.

 

Gleitschirmflieger beim Start
Gut 8 km Strecke wollen Fabi und Michi mit dem Gleitschirm machen.

Der Start funktioniert reibungslos und sie gleiten gemeinsam durch die einsame Winterwelt. Vorbei an Piz Bernina und Morteratsch auf der einen und dem Piz Palü auf der anderen Seite. Wäre der Gipfel des Piz Bernina nicht schon ein Highlight für sich, man könnte denken es könnte nicht besser werden. Doch frei wie ein Vogel diese wunderschöne Gletscherlandschaft, die majestätischen Berge und unberührten Flanken von oben zu sehen, über sie hinweg zu schweben und eine neue Relation für das eigene Sein zu erfahren, macht dieses Erlebnis magisch.

Gleitschirmflieger
So fühlt sich Freiheit an: im Gleitschirm über schneebedeckte Gipfel.

Gleitschirmflieger

Die Rückkehr in die Realität wird ihnen leicht gemacht. Eine noch herbstlich warme, gemütliche Atmosphäre empfängt sie bei ihrer Landung direkt neben dem Bahnhof Morteratsch. Mit im Gepäck, ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis und eine weitere Erinnerung an diesen magischen Ort tief in ihren Herzen verankert.

Wen jetzt das Fernweh ereilt und die Abenteuerlust packt, der sollte sich ein Ziel setzen. Denn wir alle brauchen ein Ziel, auf das wir hinarbeiten können. Ein Ziel, das uns antreibt. Hast du vielleicht auch einen magischen Ort, den du gerne wieder besuchen würdest? Eine lang gehegte Ski- oder Hochtour auf deiner Bucketlist? Auch wenn es gerade aufgrund der aktuellen Umstände ratsam ist, auf Reisen ins Ausland zu verzichten, haben wir im eigenen Land genügend Plätze, an denen wir unser Können verbessern und auf unser Ziel hintrainieren können.
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