Freeriden: 3 Tipps für ein sicheres Bergerlebnis

Augen auf bei der Touren-Wahl

Ski anschnallen und ab geht’s. Stopp! So einfach solltet ihr es euch nicht machen. Bevor ihr eure Tour startet, solltet ihr vorher unbedingt ein paar Dinge beachten, um sicher ans Ziel zu gelangen. Wir haben kein vollständiges Touren-Rezept für euch, aber drei wichtige Tipps!

1. Wetter-Check: Die Basis für ein erfolgreiches Bergerlebnis

Ganz wichtig: Überprüft vorher das Wetter! Bei starkem Schneefall oder Regen ist nicht nur die Sicht bescheiden, sondern es steigt oft die Lawinengefahr. Auch den Wind sollte man ständig im Auge behalten, denn der ist laut unserem Bergführer Michi Bückers der „Baumeister“ der Lawinen. Starker Wind verbunden mit langanhaltendem Schneefall und Frost bedingen höchste Lawinengefahr.

Inwieweit sich die Temperatur auf das Bergerlebnis auswirkt, ist nicht so einfach zu verallgemeinern. Für eine schöne und sichere Tour spielt sie allerdings eine wichtige Rolle. Beispielsweise verursacht starke Erwärmung verbunden mit Regen oder Föhn bei hoher Schneelage in der Regel Lawinengefahr. Neben all der Sicherheit darf aber der Spaß auf der Tour nicht zu kurz kommen. Daher achtet darauf, dass der letzte Schneefall nicht allzu lange her ist. Frischer Neuschnee und unberührte Hänge entfachen ein wahres Feuerwerk an Glücksgefühlen – auch wenn damit die Orientierung und die Einschätzung der Lawinensituation oft anspruchsvoller wird.

Tipp von Michi: Nicht die Nerven verlieren und zu früh im Winter die Berge erobern, denn auch im Frühjahr warten großartige Bedingungen auf euch.

2. Lawinen-Check: Ist die Lawinengefahr hoch?

Nur die Gefahrenstufe zu überprüfen reicht nicht aus, denn die wichtigsten Informationen stecken im Text des regionalen Lawinenlageberichts. Die Interpretation des Berichts ist meist sehr komplex und letztlich auch nur eine Prognose – ähnlich wie beim Wetter. Denn die Lawinensituation verändert sich häufig schneller als der Onlinedienst tippen kann bzw. ist für eine relativ große Region generalisiert. Daher ist es sinnvoll, sich ausreichend zu informieren und Erfahrungen in der Interpretation zu sammeln.

Da Lawinen nie gänzlich ausgeschlossen werden können, sollten selbst erfahrene Freerider nicht alleine losziehen. Falls einen doch die weiße kalte Schneemasse überrollt (soweit sollte es am besten gar nicht erst kommen), ist es lebenswichtig einen Kameraden dabei zu haben, der einem im Notfall das Leben rettet oder bei „kleineren“ Zwischenfällen über den Berg hilft. Aufs Handynetz sollte man sich, fernab der Zivilisation, nicht verlassen. Die Gruppenzusammensetzung als auch die Partnerwahl sind für die Tour ebenfalls entscheidend. Besonders interessant ist, wie fit und homogen die Gruppenmitglieder bei Aufstieg und Abfahrt sind. Bei Unsicherheiten sollte man die Tour am besten nicht antreten, eine andere Route suchen oder auf die Piste ausweichen. Am besten wählt ihr die Tour so, dass sie zu den Wetterverhältnissen, den Personen und der Lawinensituation passt.

Tipp von Michi: Auf den Internetseiten der Lawinenwarndienste gibt es oft umfangreiche Informationsmöglichkeiten, die einem bei der Planung einer Freeride-Tour helfen, wie zum Beispiel Lawinen.at, Lawinenwarndienst Bayern, SLF, White Risk oder Avalanche Report. Ein Kurs zur Beurteilung der Lawinenlage ist trotzdem empfehlenswert!

3. Safety First: mit der richtigen Ausrüstung sicher ins Tal powdern

Wer sich mit Skiern im freien Gelände – abseits der Piste – bewegt, sollte sich im Vorfeld unbedingt mit den Sicherheitsaspekten befassen. Dazu zählt auch die richtige Ausrüstung: Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Lawinenschaufel und -sonde, Safety-Set, Biwaksack, Erste Hilfe Set und Helm. Am besten packt ihr alles in einen Rucksack, der ausreichend Platz bietet und der nah am Körper sitzt: Damit ihr auch die Abfahrt genießen könnt!

Tipp von Michi: Ich empfehle den Freerider Pro 30. Der ist nicht nur leicht, sondern da passt auch alles rein. Vor allem das Sicherheitsfach ist schön groß und bietet ausreichend Platz. Das Hauptfach lässt sich am Rucksack-Rücken öffnen: Damit liegt das Tragesystem beim Packen nicht im Schnee, sodass der Rücken trocken bleibt.