Klettertipp – Durch das „Grande Face“ von Céüse

Erst die Angst überwinden, dann die Aussicht genießen

Du suchst nach einer abwechslungsreichen, spannenden und wunderschönen Trad-Tour? Caroline Thurner aus unserer Deuter Alpine Family hat einen magischen Tipp für dich.

„Ich habe selten so eine perfekte Felswand gesehen“, sagt Caroline, Produktentwicklerin von Deuter, als sie von ihrem letzten Kletterurlaub in Frankreich schwärmt. Céüse sei ein unglaublich magischer Ort mit Felsformationen wie für den Klettersport geschaffen. „Hier gibt es wunderschönes Kalkgestein in allen Farben. Der kompakte Fels voller Löcher, Leisten und Risse lässt jedes Kletterherz höherschlagen“, erzählt Caro.

Die Tour Natilik befindet sich im ruhigen Sektor Grande Face. Gut erkennbar: der horizontale Felsspalt der 4. Seillänge.

Die Felswand von Céüse ist perfekt geeignet zum Klettern, besonders am Nachmittag, wenn der untere Teil im Schatten verschwindet. Über 200 Kletterrouten bietet die rund 200 Meter hohe Felswand. Die meisten Kletterrouten beschränken sich auf eine Seillänge. Jedoch lohnt es sich auch hoch hinaus zu klettern, zum Beispiel über die Mehrseillängen-Trad Tour namens „Natilik“.

Natilik – eine Klettertour für gute Nerven

„Wir hörten, dass es im Sektor Grande Face eine (für mich machbare 😉) Trad-Tour geben soll, die bis auf das Plateau geht.“, sagt Caro. Die Chance, den Felsen auch mal von oben zu sehen, ließ sie sich nicht entgehen. Gleich am nächsten Tag machte sie sich mit ihrem Freund auf den Weg.

Insgesamt dauert die Tour (6b+) circa drei Stunden und ist nichts für schwache Nerven: In den ersten vier Seillängen sind nur die Stände gebohrt. Dazwischen muss mit Friends und Keilen selbst abgesichert werden. Auf dieser Route wird einem nichts geschenkt.

In der Horizontale: 4. Seillänge

Eine Route zum tief durchatmen

Die Route startet mit einer Seillänge voller Löcher und Taschen, danach kommt ein ca. 30 Meter langer Riss. Nach einer Traverse erreicht man die vierte Seillänge. Die ist etwas ganz Besonderes: Sie geht durch einen circa 10 Meter langen fast horizontal verlaufenden Felsspalt. „Man robbt quasi zur Schlüsselseillänge, mit einer einzigartigen Aussicht. Danach muss man nochmal ordentlich anziehen“, beschreibt Caro. Die letzte Seillänge geht durch wunderschöne vom Wasser geformte Felsrinnen auf das Plateau.

Obwohl die Länge der Route mit fünf Seillängen überschaubar ist, darf die Route nicht unterschätzt werden. „Vor allem die mobile Absicherung stellt eine extra Herausforderung dar, die jeder, der die Wand bezwingen will, beherrschen sollte. In der Route wird einem nichts geschenkt. Deswegen sollte man den vorgegebenen Grad von bis zu 6b+ solide klettern können“, betont Caro.

Zur Belohnung eine wunderschöne Aussicht und Lichtstimmung

Auf dem Plateau angekommen überrascht einen am Spätnachmittag eine wunderschöne Lichtstimmung – ein Kontrast zur Stimmung unten am Fels. Auch die Aussicht ist einzigartig. Um sich von der Kletterei zu erholen, lohnt sich eine Wanderung auf den gegenüberliegenden Berg. Vor dort hat man ebenfalls einen wunderbaren Blick auf die komplette Felsmauer.

Die verdiente Belohnung: Mystische Stimmung auf dem Plateau von Céüse

Equipment-Empfehlung: Übersichtlich und einfach

Zum Sportklettern nimmt Caro am liebsten den Gravity Motion in der Frauenpassform SL. Mit seinen 35 Litern Volumen bietet er genügend Platz für ein 60-70 Meter Seil und das restliche Kletterequipment. Dank der cleveren Konstruktion lässt sich die Tasche komplett öffnen. Die Ausrüstung ist so auf den ersten Blick ersichtlich. Außerdem besteht die Möglichkeit, direkt aus der Tasche heraus zu sichern. Nach dem Klettern nimmt man einfach die Schulterträger in die Hand und kann direkt zur nächsten Route ziehen.

Studio für Werbefotografie Augsburg/Würzburg/Hamburg. Professionelle Photographie in den Bereichen Image, People, Stills, Industrie & Architektur.
Der Deuter Gravity Motion SL

 Um sicher und heil ans Ziel zu gelangen, haben wir noch fünf Tipps für euch:

6 Kletter-Tipps:

  1. Such dir einen motivierten, zuverlässigen Kletterpartner.
  2. Weich greifen: bring nur so viel Kraft auf, wie du auch wirklich benötigst und prüfe das regelmäßig. Vor allem wenn die Angst kommt, greift man oft zu fest zu.
  3. Gute Beintechnik: so viel wie möglich wegstehen und viel Gewicht auf die Beine bringen.
  4. Arme immer wieder gut schütteln und regelmäßig chalken, damit die Muskeln nicht verkrampfen. Nutze leichte Passagen zum Kräfte zu sammeln und um dir den weiteren Routenverlauf anzusehen.
  5. Gute Taktik: überlege dir im Voraus, theoretisch, wie du schwierige Passagen meistern kannst und sei bei der Ausführung fokussiert, präzise und schnell. Sollte es mal nicht klappen, einfach dranbleiben und öfters probieren.
  6. Hab Spaß an der Bewegung und hör auf deinen Körper: Er zeigt dir wo der Schwerpunkt liegt.

    Deuter Gravity Motion SL
    Caro’s Partner Andal am Beginn der 5. Seillänge in Natilik.