#estutnichtweh – ein Verein, der sich für eine saubere Welt einsetzt

Das kennt wahrscheinlich jeder: Müll am Wegrand – auch in den Bergen in der wunderschönen Natur. Immer wieder werfen Menschen ihren Müll einfach auf den Boden, ohne darüber nachzudenken, was das zur Folge hat. Aber gottseidank ist nicht jede/r so. Es gibt sogar Menschen, gar Vereine, die sich diesem Problem annehmen und den Müll zur Liebe der Natur, Menschen und Tiere wieder einsammeln.

Renate Steinacher, Gründerin des Vereins #estutnichtweh, erzählt, was es mit dem Verein auf sich hat, wie sie auf die Idee kam und was sie bei ihren Alpenüberquerungen und Clean Ups bereits im Wald gefunden hat. Manche Funde sind wirklich erschreckend! Dabei könnte jeder ganz einfach mit einem kleinen Beitrag etwas Großes leisten!

„Wenn jeder einen kleinen Teil dazu beiträgt, ist die Summe aller schon sehr gewichtig!“ – Renate Steinacher.

Was hat dich dazu bewegt den Verein #estutnichtweh zu gründen?

Wir betreiben eine kleine Bergschule und führen jedes Jahr 3-4 Alpenüberquerungen durch. Weil ich es immer schon so gemacht habe, habe ich auch bei der Tour im Juni 2018 liegengelassenen Müll aufgehoben und in meine Hosentasche gesteckt, um diesen im nächsten Tal zu entsorgen. Am dritten Tag unserer Tour, hat mich einer der Teilnehmer gefragt: „Warum hebst du denn immer den Müll auf?“ – und naja, grundsätzlich gibt es ja keine blöden Fragen. Allerdings erschienen mir Antworten wie: „es tut den Augen weh“, „es vergiftet die Natur“, „es birgt Gefahren für Mensch und Tier“, für zu plausibel. So war meine Antwort ganz simpel: „Weil es mir nicht weh tut“!

So war die Idee geboren und mir war von Anfang an klar, dass das was Größeres wird und einen Rahmen benötigt. Aus diesem Grund wurde dann im Dezember 2018 der gemeinnützige Verein #estutnichtweh gegründet.

In welchem Rahmen beschließt ihr im Verein liegengebliebenen Müll aufzusammeln?

Grundsätzlich ist die Idee, wenn man ohnehin in der Natur unterwegs ist, den Müll einzusammeln. Immer unter der Prämisse, wenn es nicht weh tut. Manchmal tut es weh, weil man zum Beispiel nichts zum Einstecken dabei hat, man trainiert oder den Kopf frei bekommen möchte.
Wir planen aber auch immer wieder Clean Ups mit Gemeinden, Firmen oder anderen Vereinen, wo wir uns gezielte Gebiete – unabhängig vom Müllaufkommen – aussuchen. Denn Müll findet man wahrlich überall.

In welchen Regionen ist das Müllaufkommen besonders groß?

Vor allem dort, wo man mit dem Auto oder mit der Gondel rauffahren kann: Gebiete, die sehr leicht erreichbar sind.

Wie groß sind die Mengen an Müll, die du mit ins Tal bringst?

Bei einer Tageswanderung findet man meist ein bis zwei Hände voll Müll. Was nicht viel erscheint, aber definitiv 1-2 Hände voll zu viel sind!
Wir sind gerade von einer Alpenüberquerung zurückgekommen und es war wirklich erschreckend, wieviel wir auf der ersten Etappe im Kleinwalsertal gefunden haben: vier Drecksackerl voll!!

So schön kann es in den Bergen sein – ohne Müll!

Grundsätzlich muss man von der Menge her unterscheiden, ob man auf einer Wanderung oder bei einem Clean Up sammelt. Bei Clean Ups kommen schon mal mehrere Müllsäcke voll zusammen!

Gab es bereits Dinge die du gefunden hast, bei denen du fast vom Glauben abgefallen bist?

Angefangen bei einer Wasserpfeife, über eine Matratze, Hängematte bis hin zu einem Auto, das jemand im Wald entsorgt hat!

Was geht in dir vor, wenn du Müll in unserer Natur liegen siehst?

Es tut weh, den Müll zu sehen. Noch mehr schmerzt es zu sehen, wenn Auto- oder Radfahrer, Dosen oder Flaschen einfach wegschmeißen. Da fehlt leider jegliches Verständnis.

Wie viel Müll habt ihr seit der Gründung des Vereins mit ins Tal gebracht?

Das kann ich leider nur so beantworten: viel zu viel!

Wo entsorgt ihr den Müll?

Nach Tagestouren wird der Müll nach Möglichkeit getrennt entsorgt. Bei Mehrtageswanderungen muss man die Mülleimer in den Tälern zum Entsorgen nutzen.

Was fehlt oder muss sich ändern, dass weniger Müll zurückbleibt?

Ganz klar geht es hier nur mit Bewusstseinsbildung in allen Bereichen der Nachhaltigkeit, die ja mit dem Umdenken und konsumieren anfängt. Nehmen wir das heikelste Thema, den Zigarettenstummel: ganz viele Raucher nehmen diese nicht als Müll wahr. Es ist gelernt, selbstverständlich, die Kippe einfach wegzuschnippen.

Eine Idee, die Kippen wieder zurück ins Tal bringt, ist das Tschickdoserl:

 

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Schon mal eine Tschick weggeschnippt, weil du nicht wusstest, wohin damit? . Die Lösung: Das Tschickdoserl ist ein mobiler Aschenbecher, der Zigarettenstummel schluckt. Verschließbar, feuerfest und somit unverzichtbar für die Gipfelzigarette. . Hast du das gewusst? Zigarettenstummel machen mehr als die Hälfte des Abfalls aus, der in den Bergen zurückgelassen wird. 5-7 Jahre dauert es bis sich der unscheinbare Filter in seine Einzelteile auflöst und dann zu Mikroplastik zerfällt, was unsere Umwelt weiter belastet. Bis dahin haben sich über 7.000 giftige Chemikalien wie Teer, Nikotin, Blei, Arsen, Blausäure und Dioxin aus dem Tschickstummel gelöst und unser Grundwasser verseucht. Mindestens 50 davon sind krebserregend. . Also hilf mit und mach den Trick mit der Tschick! Wo Du das ETNW-Tschickdoserl bekommst? Meld Dich unter www.estutnichtweh.org als Förderer an und Du erhältst das komplette Starterpaket, bestehend aus Drecksackerl, Mistzangerl und Tschickdoserl. Mit freundlicher Unterstützung von @dm_oesterreich . . 📸 ETNW – @wandererlebnis.guide . #estutnichtweh #etnw #nachhaltigleben #alpen #mountains #wirliebenberge #salzburgerland #bergwelten #alpurismus #hiking #wandern #etnwtools #bergliebe #salzburgerland

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Gibt es etwas, was du Wanderern oder generell den Menschen mit auf den Weg geben würdest?

Bitte geht achtsam mit unseren Ressourcen und unserer Natur um. Wenn jeder einen kleinen Teil dazu beiträgt, ist die Summe aller schon sehr gewichtig! Und so können wir Schritt für Schritt unsere Umwelt entlasten und in Folge hoffentlich auch erhalten.

Jeder kann mit einem kleinen Beitrag etwas Großes leisten!

Wir unterstützen den Verein regelmäßig mit Rucksäcken und sind sehr dankbar, dass es so engagierte Bergsportler gibt, die unsere Berge sauber halten.

Hier findest du noch mehr Informationen zu #estutnichtweh.
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