Baltic Sea Circle 2018 – Wie alles begann

Teil 1: Die Wikingertaufe

Ein Erlebnisbericht von Michael Berger/mitchphoto.de

Ein Anruf spät am Abend brachte den Stein ins Rollen. Mein Kumpel Manuel, mit dem ich bereits ein legendäres Wochenende auf unseren 80er Jahre Vespas verbrachte, kam mit folgendem Angebot um die Ecke: „7.500 km in 16 Tagen, durch 10 verschiedene Länder, um die komplette Ostsee, in einem 20 Jahre alten Auto. Hättest du Bock mit dabei zu sein?“ Ich überlegte nicht lange und sagte zu.

Ein Roadtrip der ganz besonderen Art wartete auf mich: die Baltic Sea Circle Rallye 2018. Keine Kaffeefahrt mit Heizdecke, sondern pures Abenteuer und raus aus der Komfortzone. Wir tauschen Smartphone gegen Schraubenschlüssel, den alltäglichen Bürostuhl gegen den Fahrersitz und die Tastatur gegen das Lenkrad. Im Vorfeld wurden Konzepte geschrieben, Spenden eingetrieben, Sponsoren angefragt und ein möglicher fahrbarer Untersatz gesucht. Deuter hat uns dafür mit den Rucksäcken, Schlafsäcken und Zubehör ausgestattet.

Die Baltic Sea Circle Rallye startet in Hamburg

Nach der Anmeldung nahmen wir gleich das Roadbook unter die Lupe. Es war schon ziemlich viel Trubel am Ausgangspunkt StrandPauli – ein Beachclub in Hamburg mit Hafenblick. Hier wurde die monatelange Vorbereitung zu Beginn der Reise gemeinsam gefeiert. Die Vorfreude auf die anderen Teams war riesig.

Viele Leute fanden sich am Start ein, Schaulustige oder auch ehemalige Teilnehmer, um die Teams an der Startlinie zu verabschieden. Der BSC-Moderator „The Maschine“ schickte die Autokolonne beim Passieren der Startbühne mit unterhaltsamen Ansagen ins Outdoor-Erlebnis.

Die erste Aufgabe: Wikingertaufe

Mit Pauken und Trompeten verließen wir Hamburg, um uns der ersten Roadbook-Aufgabe des Tages zu widmen, der Wikingertaufe: Sand aus Dänemark, einen Baumzweig, Eisen und Meerwasser aus Schweden – nicht mehr und nicht weniger. Den Sand hatten wir bereits im Gepäck.

Im Abendlicht traf man schon die ersten Gleichgesinnten auf den Straßen. Im Dunkeln kamen wir in Ystad (im Süden von Schweden) an. Schon fast die Mission abgebrochen, erspähten wir das Schild direkt zu Beginn unseres Fußmarsches. Rauf den Berg und rum um den Stein. Kurzes Foto geschossen und schon waren wir Wikinger.

Die Suche nach ABBAs Tourbus endet bei Pitstop

Die erste Wildcamping-Nacht haben wir dank unserem Top-Equipment von Deuter trocken und komfortabel überlebt. Die Deuter Schlafsäcke haben uns, trotz niedriger Temperaturen, vor kalten Füßen bewahrt.

Nächster Morgen, auf die Poleposition, fertig, los! Wir peilten zielstrebig den Autofriedhof in Ryd an, um ABBAs Tourbus zu suchen. Kurze Zeit später stellten wir fest, dass es in Schweden drei verschiedene Dörfer namens Ryd gibt. Bei einem Pitstop brachte das Team Beardo #112 Klarheit in diese Angelegenheit: Wir waren schon zu weit gefahren und umkehren hätte sich nicht gelohnt. Stattdessen tranken wir mit Kehrwieder Bier genüsslich auf die Rallyebrüderschaft. Kurzerhand schlugen wir an einem kleinen Hafen auf, um die erste WM-Halbzeit mit Grillen einzuläuten, bis uns dann der Regen kalt überraschte und wieder hinter die Motoren zwang.

Next Stop: Örebro, malerisch und gut für einen ersten und vielleicht letzten Hotelaufenthalt mit heißer Dusche, bevor wir uns komplett dem Camping hingaben.

Alle Fotos ©mitchphoto.de