Alpenüberquerung – Was gehört in den Rucksack?

Zu Fuß über die Alpen: So packst du richtig

München-Venedig, Garmisch-Meran, Tegernsee-Sterzing oder die klassische Route Oberstdorf-Meran auf dem E5: Die Optionen für Alpenüberquerungen zu Fuß sind vielfältig. Entscheidend ist dabei die richtige Ausrüstung: Was braucht man genau? Der erfahrene Bergwanderführer Hans Herbig erklärt, was auf deiner Packliste stehen muss.

Bergwanderführer, Hans Herbig, Deuter Futura Pro
Bergwanderführer Hans Herbig im Interview. Das brauchst du für eine Alpenüberquerung.

1. Der Wanderrucksack

Bevor du deinen Rucksack packen kannst, benötigst du einen für mehrtägige Hüttenwanderungen wie deine Alpenüberquerung geeigneten Wanderrucksack. Hans empfiehlt dafür die größeren Modelle aus der Deuter Futura Serie: Den Futura Pro 36 als Unisexmodell oder den Futura Pro 34 SL als Damenvariante. Dieser Wanderrucksack ist ein komfortabler und robuster Begleiter, der viele durchdachte Details und genügend Platz für Mehrtageswanderungen bietet. Achte beim Kauf darauf, dass der Rucksack mit einem gut belüfteten Rückensystem, vielen separaten Verstaumöglichkeiten und einer Wanderstockhalterung ausgestattet ist. Lass dir beim Einstellen der Gurte unbedingt von einem Sportfachhändler helfen.

Deuter Futura Pro, Alpenüberquerung
Der Deuter Futura Pro 36 wurde speziell für Alpenüberquerungen und Mehrtageswanderungen konzipiert.

2. Wechsel- und Hüttenkleidung

Zur Grundausstattung für jede Alpenüberquerung gehört die richtige Kleidung. Achte auf funktionale Sportkleidung, die möglichst leicht ist und ein kleines Packmaß besitzt. Kleide dich zum Start deiner Tour wettergerecht. Am Körper solltest du zumindest knöchelhohe Wanderschuhe mit Profilsohle, eine funktionelle Wanderhose und ein Sportshirt tragen, dazu Teleskopwanderstöcke. Diese kannst du auch am Rucksack befestigen, wenn du sie nicht verwendest. Der Rest wird in den Rucksack gepackt. Wie immer gilt: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Unterwäsche und Socken, Wechselhose und T-Shirt, Pulli und leichte Hüttenschuhe verstaust du am besten im Hauptfach des Rucksacks. Denke auch an einen Hüttenschlafsack – dieser ist auf fast allen Berghütten Pflicht und hygienisch allemal.

Expertentipp: Bergwanderführer Hans schwört zum Packen auf Packsäcke: „Packsäcke erleichtern die Organisation im Rucksack enorm. Alles, was ich erst abends auf der Hütte brauche, kommt in einen Beutel. Auch der Hüttenschlafsack passt mit hinein.“

Deuter Packsack
Packsäcke sorgen für Ordnung im Rucksack.

3. Sonnenschutz

Bestenfalls erwartet dich auf jeder Etappe strahlender Sonnenschein. Ein Schutz vor der Strahlung ist daher unerlässlich. Denn Vorsicht: Die Höhensonne ist aggressiv und wird in Verbindung mit leichtem Wind oft unterschätzt. Wähle deshalb immer Sonnencreme und Lippenschutz mit einem höheren Lichtschutzfaktor, als du sonst verwendest. Auch eine Sonnenbrille und ein Hut müssen mit auf Tour. Packe diese in eine seitliche Tasche deines Rucksacks.

4. Regenschutz und warme Kleidung

In den Bergen ist jederzeit mit Wetterumschwüngen zu rechnen. Deshalb gehört auch bei Sonnenschein ein vollständiger Regenschutz bestehend aus Regenjacke und -hose ins Gepäck. Der Futura ist durch die integrierte Regenhülle jederzeit gut geschützt. Außerdem solltest du an einen zusätzlichen isolierenden Pullover, dünne Handschuhe, ein Stirnband oder eine Mütze denken. Packe diese Teile gut erreichbar in die Frontstecktasche oder seitliche Tasche deines Rucksacks.

Expertentipp: „Zusätzlich zur Regenbekleidung darf in meinem Rucksack ein Regenschirm nicht fehlen“, berichtet Hans. „Beim Kauf sollte man auf einen leichten, aber sehr stabilen Trekkingschirm achten.“

Die Regenhülle für den Rucksack ist im Futura integriert. Zusätzlich brauchst du eine Regenhose und -jacke.

5. Erste Hilfe und Medikamente

Ein Bergunfall kann oft das Ende deiner Alpenüberquerung sein. Kleinere Verletzungen wie aufgeschlagene Knie und Hände nach einem Sturz können jedoch gut unterwegs behandelt werden – mit der richtigen Ausrüstung. Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set ist daher Pflicht. Zusätzlich ist es ratsam, Schmerztabletten und persönliche Medikamente einzupacken. Sollte es hart auf hart kommen, sind Rettungsdecke, Biwaksack und ein Handy mit eingespeicherten Notfallnummern unabdingbar.

Expertentipp: „Höre auf deinen Körper und zwinge dich nicht. Natürlich muss man in der Früh oft den inneren Schweinehund überwinden, aber schmerzhaft darf das Laufen nicht sein“, rät der erfahrene Bergwanderführer. „Kleine Aufwärm- und Dehnübungen am Morgen regen den Kreislauf an und beugen Verletzungen vor“.

6. Waschsachen

Wie ist das eigentlich mit dem Duschen in den Bergen? Ressourcen wie Wasser und Strom sind in den Bergen immer begrenzt und sollten daher wertgeschätzt und sparsam verwendet werden. Eine warme Dusche bekommt man meistens gegen Münzeinwurf – dann steht einem für ein paar Minuten warmes Wasser zur Verfügung. Für die Körperhygiene solltest du einen kleinen Waschbeutel packen, z.B. den superleichten Wash Bag Tour I oder einfach einen Plastik-Zipbeutel. Hinein gehören ein Reiseduschgel oder kleines Seifenstück, Zahnbürste und -pasta, ein kleines Funktionshandtuch, eine kleine Tube Handwaschmittel und ganz wichtig: Ohropax!

Expertentipp: „Bei der Körperhygiene muss man sich gegenüber dem Alltag einschränken: Ein Haarfön oder gar Stylingprodukte haben am Berg nichts zu suchen. Alles schon gesehen!“ konstatiert Hans.

7. Wasser und Proviant

Beim Wandern von Hütte zu Hütte bekommst du abends ein kräftigendes Bergsteigeressen und ein Frühstück vom Wirt. Das ist meistens im Preis für die Übernachtung enthalten und kann nicht abbestellt werden. Vorteil: Du schleppst nicht so schwer, wenn du nur eine kleine Tagesbrotzeit mitnehmen musst. Plane im Vorfeld, wann du wieder bei einem Supermarkt im Tal deine Vorräte auffüllen kannst. Als Proviant empfiehlt sich Hartkäse und Hartwurst, gekochte Eier, Brot, Banane und Äpfel. Nimm auf jeden Fall ausreichend frisches Leitungswasser für jede Etappe mit. Ein Trinksystem findet in jedem guten Wanderrucksack Platz und erspart dir das mühsame Ab- und Aufsetzen des Rucksacks. Über den Trinkschlauch ist dein Wasser immer griffbereit.

Expertentipp: „Energieriegel sparen Platz und Gewicht und liefern trotzdem genügend Power als Mittagssnack“, weiß Hans und warnt: „Fülle deine Trinkblase niemals aus Bächen nach! Diese sind oft durch Kuhdung verunreinigt, auch wenn das Wasser verlockend rein aussieht. Trinke nur Wasser aus der Leitung in der Hütte.“

Verwende niemals Berggewässer, auch keine fließenden, um deinen Wasservorrat aufzufüllen.

8. Navigationshilfen

Wo komme ich her, wo gehe ich hin? Eine Karte und ein Wanderführer müssen unbedingt mit auf Tour. Ein Kompass oder GPS-Gerät helfen bei der Wegfindung. Mache dich vor Antritt deiner Alpenüberquerung unbedingt mit den Geräten und den einzelnen Etappen vertraut. Übe die Orientierung mit Karte und Kompass am besten schon zuhause.

Expertentipp: „Plane jede Etappe am Vorabend anhand deines Wanderführers und der Karte. So bist du nicht von der Beschilderung auf der Route abhängig und weißt, was dich am nächsten Tag erwartet“, empfiehlt Hans. „Versuche auch unterwegs immer die Orientierung zu wahren, sodass du jederzeit weißt wo du bist – das ist nicht nur im Ernstfall wichtig, um die Bergrettung zu rufen.“

9. Elektronische Geräte

Zur Elektronik gehört nicht nur dein Smartphone mit Notfallnummern, sondern auch das passende Ladekabel. Ersatzbatterien fürs GPS-Gerät sind ratsam und eine Stirnlampe unabdingbar, da es nachts im Bettenlager, in und um die Hütte oft stockdunkel ist.

Expertentipp: Hans verrät seinen persönlichen Geheimtipp: „Falls ich abends auf der Hütte ein bisschen Ruhe brauche, habe ich immer meinen e-Reader dabei.“

10. Wertsachen

Aus Gewichtsgründen solltest du nicht das gesamte Portmonnaie mitnehmen. Ausweis, Bargeld und EC-Karte genügen! Stecke alles in einen leichten Tourengeldbeutel oder einen Plastik-Zipbeutel. Altmodisch, aber überaus praktikabel ist ein Brustbeutel, den du auch im Schlaf am Körper tragen kannst.

Expertentipp: „Auf den Hütten gilt: Nur Bares ist Wahres. Führe deshalb immer ausreichend Bargeld mit dir.“

Wir wünschen dir viel Spaß auf deiner Tour!

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