Alles über die Bergwanderführerausbildung

Wie man das Homeoffice auf den Wanderweg verlegt, zeigt Iris Krafka. Sie ist ausgebildete Bergwanderführerin und führt Gruppen sicher durch die Alpen. Wie sie dazu kam und was sie antreibt, erfahrt ihr hier im Interview. 

Liebe Iris, möchtest du kurz ein paar Worte von dir erzählen? Woher kommst du? Was sind deine Hobbys? Wie bist du zum Wandern/ Bergsteigen/ Berge/ Natur gekommen?

Ich bin mit den Allgäuer Bergen hinterm Haus großgeworden und habe seit ich denken kann eine enge Verbindung zur Natur, den Tieren und Pflanzen. Während sich alles um uns so rasend schnell verändert, dass wir kaum Schritt halten können, stehen die Berge die ich seit meiner Kindheit kenne unverändert da. Sie trotzen der Zeit, den Elementen und allem was uns Menschen so leicht aus der Bahn wirft. Das hat mich immer unglaublich fasziniert. Sie sind mein Anker, meine Heimat und stecken voller Erinnerungen.
Ich bin fast jede freie Minute draußen und liebe unsere Jahreszeiten.
Wenn ich meine Ruhe haben möchte, gehe ich Wildtiere fotografieren oder bringe zuhause meine Bergfotos mit dem Pinsel auf die Leinwand.
Aber am liebsten verabrede ich mich mit Freunden auf Skitour, zum Klettern oder zum Gleitschirmfliegen.

Wie bist du auf die Idee gekommen Bergwanderführerin zu werden? 

Ich merkte, dass ich, wenn ich mit anderen draußen bin, einfach rundum zufrieden bin. Da brauche ich gar nicht mehr – im Gegenteil, es erdet mich und macht mich unglaublich dankbar.  Ich liebe das einfache und ursprüngliche Leben, den bewussten Verzicht auf Luxus und die ehrliche Art wie Menschen sich dabei begegnen. Durch Zufall bin ich über die Ausbildung gestolpert und wusste sofort – das ist es! Ich habe mich schlau gemacht und bin einfach meinem Bauchgefühl gefolgt.

Die beiden Bergwanderführer Iris und Janosch bei einer kleinen Pause am Berg.
Iris hat ihren Traum zum Beruf gemacht: „Ich merkte, dass ich, wenn ich mit anderen draußen bin, einfach rundum zufrieden bin. Da brauche ich gar nicht mehr – im Gegenteil, es erdet mich und macht mich unglaublich dankbar.“

Warum hast du dich für die Ausbildung zur Bergwanderführerin entschieden?

Es war lange Zeit ein Wunsch von mir draußen zu arbeiten. Ich brauche die Natur, die Forderung aller Sinne um nicht in einen monotonen Alltagstrott zu kommen. Mit dem steigenden Tourismus im Alpenraum und einem regelrechten Wanderboom, möchte ich meinen Teil dazu beitragen, Leute sicher und vor allem nachhaltig bei Ihren Abenteuern zu begleiten. So kann man ein Bewusstsein für das Umfeld in dem man unterwegs ist sowie den eigenen Körper schaffen. Mir liegt es sehr am Herzen, die Begeisterung für die Natur und die kleinen Wunder am Wegesrand mit anderen Menschen gemeinsam zu erleben, sich darüber auszutauschen und voneinander zu lernen. Durch die Ausbildung erlernt man viele Fähigkeiten, welche die Basis für das Arbeiten am Berg bilden.

In unserer BECOMING A GUIDE Kampagne haben wir zwei angehende Bergführer intensiv begleitet. Wo liegt der Unterschied zwischen Bergwanderführer/-in und Bergführer/-in?

In der Ausbildung lernen wir das Führen von Wanderungen, bei denen grundsätzlich keine Ausrüstung zur Fortbewegung (Steigeisen, Pickel, …) und keine Ausrüstung zum Sichern (Seil, Gurt, …) nötig sind. Den Hauptunterschied kann man vielleicht schon aus der Berufsbezeichnung etwas entnehmen, wir wandern hauptsächlich – im Sommer zu Fuß und im Winter auf Schneeschuhen. Das; was wir machen, können Bergführer natürlich auch, sind dafür aber eigentlich überqualifiziert. Deren Spielwiese fängt dort an, wo unsere aufhört.
Unsere Gruppen sind meist etwas größer als es bei Bergführern der Fall ist, was das Ganze dafür menschlich umso anspruchsvoller macht. Gerade wenn die Gäste vom Leistungsniveau sehr unterschiedlich sind wird es spannend und man braucht viel Geduld, Empathie und einen gesunden Humor um trotzdem für alle ein wunderbares Erlebnis daraus zu machen.

Wie sieht der Eignungstest aus und wie schwer war es?

Der Eignungstest dauert zwei Tage und besteht aus einem Konditionstest, bei welchem man in 2 Stunden 1000 Höhenmeter mit Rucksack zurücklegen muss. Dies ist, wenn man privat auch regelmäßig am Berg ist, eigentlich kein Problem und kann notfalls gut trainiert werden.
Dann wird darauf geachtet, wie allgemein so das Körpergefühl ist und wie sicher man sich in weglosem, steilen Gelände bewegen kann. Geröll und leichte Kletterpassagen sollte man also souverän meistern können. Die Ausbilder sehen sich über die Tage jeweils die Teilnehmer genau an und vergeben für einzelne Abschnitte Noten. Unter Berücksichtigung des Gesamtpaketes, welches jeder Bewerber mitbringt wird dann circa das beste Drittel zur Ausbildung zugelassen.
Ich war beim Eignungstest schon etwas nervös, vor allem da alle Teilnehmer einen recht fitten Eindruck gemacht haben und man natürlich am Anfang auch nicht so genau was, auf was geschaut wird. Aber alles in allem war es dann halb so wild und der Plan ging auf.

Wandern bei Sonnenaufgang
Wer sich gerne und oft in den Bergen bewegt, für den sollte die Eignungsprüfung zur Bergwanderführerausbildung kein Problem sein.

Was macht eine/-n guten Bergwanderführer/-in für Dich aus? Welche Kompetenzen sollte man unbedingt mitbringen?

Die menschliche, manchmal fast schon psychologische Komponente sollte man nicht unterschätzen. Es kann anstrengend sein, tagelang auf Hütten zu übernachten und jederzeit mit den Fragen, Wünschen und Problemen der Gäste konfrontiert zu sein. Man hat eigentlich kaum Zeit um mal abzuschalten. Daher ist es wichtig die Arbeit trotzdem gerne zu machen und dafür zu sorgen, dass am Ende jeder ein tolles Erlebnis hat und sich wohlfühlt.
Natürlich sind auch ein gewisses sportliches Niveau und motorisches Feingefühl Voraussetzung, dieses wird aber ja dann auch direkt beim Eingangstest auf die Probe gestellt. Außerdem ist es enorm wichtig in kritischen Situationen nicht die Nerven zu verlieren und klar und zielgerichtet denken und handeln zu können.
Man sollte einfach menschlich sowie körperlich einiges aushalten können, damit man beim Führen nicht selbst dauernd an seine eigenen Grenzen stößt.
Es ist natürlich super, wenn man zudem noch ganz individuelle Kompetenzen mitbringt, die auch den Unterhaltungswert und Lernfaktor von Touren steigern. Das kann von Geologie und Meteorologie, Flora und Fauna über Fotografie bis hin zu Yoga und Mentalcoaching gehen.

Was sind deine Stärken und in welchem Bereich würdest du gerne noch etwas mehr Erfahrung sammeln?

Auch wenn es immer schwer ist sich selbst zu beurteilen, würde ich sagen, dass meine Stärke in der Geduld und Empathie liegt sowie in der Freude am Umgang mit Menschen. Gerade im Wandersegment, wo die Gruppen meist auch größer sind, kommt dies manchmal ein bisschen zu kurz.
Außerdem könnte ich stundenlang über unsere Wildtiere reden oder sie bei Gelegenheit auch finden.
Ich gehöre unter den Wanderführern aktuell schon eher zu den jüngsten. Es gibt Kollegen die doppelt so alt sind und auch entsprechend viele Touren gemacht haben oder vielleicht schon jahrelang in der Bergwacht tätig sind – diesen Erfahrungsschatz kann man natürlich nicht miteinander vergleichen. Jedes Bergerlebnis, egal ob privat oder beruflich, ist in irgendeiner Form lehrreich.  Aber mit jedem einzelnen Tag draußen wachsen Erfahrung, Intuition und am Ende auch das Selbstbewusstsein in dieser Materie.

 

Abgesehen von den Fertigkeiten als Bergwanderführerin – welche Kompetenzen glaubst du im Rahmen der Ausbildung sammeln zu können? 

Meine UIMLA Abschlussprüfung war im März 2021. Die Ausbildung ist sehr breit gefächert, unter anderem auch weil sie Sommer und Winter umfasst. Die Kerninhalte sind Wetterkunde, Recht, Orientierung mit Karte und Kompass, Routenplanung, Ausrüstungskunde, Rettung und Erste Hilfe, Biwakieren im Sommer und Winter, Lawinenkunde, Verschüttetensuche mit LVS und Naturschutz.

Ich persönlich musste erst einmal lernen mich vor eine Gruppe zu stellen, selbstbewusst Entscheidungen zu treffen und klar zu kommunizieren. Da kann man sich nicht absprechen oder die anderen mal um Rat fragen. Privat trägt man die Verantwortung nur für sich, hier plötzlich für mehrere andere Menschen, die man obendrauf nicht einmal kennt.  Man ist insgesamt aufmerksamer und strukturierter unterwegs als auf privaten Touren.
Es gibt einen Zeitplan und man kann es sich nicht leisten mal einen Abzweig zu verpassen oder irgendwelche Abkürzungen auszuprobieren.
Am Anfang ist es gar nicht so leicht, alle Schäfchen beisammenzuhalten und mit angepasstem, gleichmäßigen Tempo vorauszulaufen.

Wie stellst du dir einen perfekten Tag am „Arbeitsplatz“ Berg vor?

Ich bin am liebsten oberhalb der Waldgrenze unterwegs, wo man in eine so ganze andere, karge und wilde Welt eintauchen kann, die einen mit ihrer archaischen Schönheit in den Bann zieht.
Seltene Tierbegegnungen wie mit Bartgeiern oder Steinböcken entfachen bei mir immer Begeisterung.
Wenn dann alle Gäste abends gesund, zufrieden und müde bei einem netten Ratsch in einer gemütlichen Hütte zusammensitzen… und es auch noch Kaspressknödel und Kaiserschmarren gibt… wüsste ich nicht was ich mir sonst noch wünschen sollte?!

Wandern oberhalb der Baumgrenze
Iris ist am liebsten oberhalb der Baumgrenze unterwegs.

Kannst du vom Bergwanderführen leben oder übst du noch einen weiteren Beruf aus?

Aktuell arbeite ich hauptberuflich im Theater und fange erst an, meine Selbstständigkeit als Bergwanderführerin und Fotografin aufzubauen. Mein Ziel ist es, deutlich mehr zu führen. Viele Kollegen haben in irgendeiner Form ein zweites Standbein, da es auch ein relativ saisonaler Job ist. Aber es ist natürlich grundsätzlich möglich, ausschließlich davon zu leben – kommt auch ein bisschen darauf an welchen Lebensstandard man so hat und was man aus der Ausbildung macht. Da aber jeder mit einer anderen Grundvoraussetzung und anderen Zielen an die Sache rangeht, gibt es hier kein Patentrezept. Mir fällt der Spagat zwischen den beiden Berufen momentan leider noch nicht so leicht, was sich hoffentlich in den nächsten Jahren ändern wird.

Ich persönlich kann mir allerdings nicht vorstellen ausschließlich zu Führen, da das viele Unterwegs-sein auf Dauer auf Kosten des Privatlebens geht und ich auch nicht irgendwann die Freude an den Bergen verlieren möchte, da ich davon finanziell abhängig wurde.

Wer ist deine Hauptzielgruppe? Kannst du da ein klares Segment erkennen? Und warum buchen diese Leute einen Bergwanderführer?

Während die einen absolute Wander-Anfänger sind gibt es auch Leute, die vielleicht in Ihrem Bekanntenkreis niemanden haben, der dieses Hobby teilt und gerne mit Gleichgesinnten unterwegs sein möchten.
Viele haben in Ihrem Alltag so viel Stress, dass sie aber auch einfach froh sind, sich nicht selbst um die Tourenplanung und Reservierungen kümmern zu müssen, sondern einfach das Erlebnis genießen und von der Erfahrung der Guides profitieren können.
Die meisten kommen aus Gegenden, wo es einfach keine Berge gibt. Wenn die Erfahrung noch nicht so groß ist, ist es natürlich sinnvoll nicht einfach alleine irgendwo ins Gelände zu laufen. Die Berge und ihre Gefahren werden oft schnell unterschätzt und die eigenen körperlichen Fähigkeit dafür überschätzt.
Es gibt für jeden die passende Tour und entsprechend unterschiedlich sind auch die Gäste. Ich persönlich stehe ja noch ziemlich am Anfang und möchte erstmal möglichst viel Erfahrung sammeln und mich im Alpenraum austoben, bevor ich mich mehr spezialisiere und dann auch eine entsprechende Zielgruppe anspreche. Ich kann mir aber gut vorstellen das Ganze in Zukunft mit der Fotografie oder Wildtierführungen zu vereinen.

 

Wie können wir uns eine Tour mit dir vorstellen: Begleitest du eher kurze Ausflüge oder längere Mehrtagestouren? Bist du dabei auch im Ausland unterwegs? 

Sowohl als auch. Oft ist es jedoch schade, wenn man sich in der Gruppe nach zwei bis drei Tagen endlich etwas besser kennenlernt und die Tour dann schon vorbei ist. Bei längeren Touren bekommt die zwischenmenschliche Komponente einfach mehr Gewicht.
Ich habe mich bewusst für den UIMLA Bergwanderführer entscheiden, um auch im Ausland führen zu können. Bei uns im Alpenraum ist man ja ziemlich schnell mal über einer Grenze.
Eines der wichtigsten Ziele der UIMLA ist es, den Berufsstand der Bergwanderführer international zu vertreten und einheitliche Standards zur Qualifikation durchzusetzen. Der „UIMLA International Mountain Leader“ und der „IVBV Bergführer“ sind die einzigen weltweit anerkannten Qualifikationen für kommerzielles Führen in den Bergen.

Was dürfen deine Gäste von dir erwarten, wenn sie mit dir unterwegs sind?

Mich bringt so schnell nichts aus der Ruhe und ich interessiere mich sehr für meine Gäste. Es ist mir immer ein Anliegen, dass sich alle wohlfühlen und man mit mir über alles offen reden kann. Gerade wenn es an die körperlichen Grenzen geht kommen oft Ängste oder Zweifel auf, die man sich vielleicht nicht aussprechen traut, weil es vermeintlich peinlich ist.
Außerdem kann ich einiges Nützliches über Wildkräuter oder Interessantes über die Tierwelt weitergeben. Da ich selbst fotografiere, habe ich, wenn die Rahmenbedingungen es zulassen auch immer Verständnis und Geduld, wenn jemand unterwegs einen besonderen Moment mit der Kamera einfangen möchte.

 

Wo ist dein Lieblingsplatz?

Obwohl ich gerne fernab der Zivilisation unterwegs bin und die ursprüngliche, wilde Landschaft liebe muss ich gestehen, dass mich traditionelle Hütten mit leckerem, selbstgemachtem Essen schon auch irgendwie magisch anziehen.
Am meisten liebe ich aber kleine Alpen mit Holzofen, ohne Strom und Warmwasser… in welchen es nach Heu riecht und man die Kuhglocken nachts vor dem Fenster hört.

 

Was war die schönste Tour, die du jemals gemacht hast und warum?

Es war keine schöne Tour im herkömmlichen Sinne, aber sie hat mich nachhaltig verändert.
Als ich 18 war sind ein Schulkamerad und ich Ende November allein Richtung Hochvogel aufgebrochen. Mein ganzes Leben hatte ich diese erhabene Fels-Pyramide mit ihren 2592m vor mir gesehen und wollte unbedingt rauf!
Mit einem uralten, riesigen Trekkingrucksack-Monster von meinem Vater (der am Ende so schwer war, dass ich ihn kaum alleine anziehen konnte und hinten und vorne nicht gepasst hat) ging es erst mal in den Winterraum des Prinz-Luitpold-Haus und am nächsten Tag mit leichtem Gepäck weiter Richtung Gipfel. Im „Kalten Winkel“ sind wir hunderte Meter im Harsch bei jedem Schritt bis zum Knie eingebrochen – natürlich in Jeans und Wollstrumpfhose, denn ich hatte damals noch keine Bergausrüstung. Smartphone oder Handyempfang gab es auch nicht. Es war eine absolute Gewalttour und mir wurde schlagartig bewusst „hier bist du 100% auf dich, deine Sinne und deinen Verstand angewiesen. Wenn du hier Mist baust, dann trägst du 1:1 die Verantwortung und die Konsequenz.“ Wir hatten abgemacht zu schauen, wie weit wir kommen und umzudrehen wenn es kritisch wird – die Beine waren taub aber das Bauchgefühl war gut. Am Ende standen wir mit sensationeller Fernsicht am Gipfel und waren erst weit nach Einbruch der Dunkelheit wieder am Auto – müde und glücklich.
Auch wenn ich niemandem empfehlen würde eine Tour derart unvorbereitet zu unternehmen(!), für mich war es die erste anspruchsvolle Alpintour und hat mich sehr geprägt. Sie hat den Grundstein für meinen Abenteuerdrang gelegt und mir offenbart, wo meine Welt liegt.

Was ist deine Standardausrüstung für einen Arbeitstag in den Bergen? Was hast du dabei und warum?

Die Ausrüstung variiert abhängig von Jahreszeit und Tour etwas.
Immer mit dabei sind Regenschutz und eine Isolationsjacke. Das Wetter kann sich in den Bergen sehr schnell ändern, und selbst im Sommer ist es oft durch Wind und Höhe noch sehr kalt.
Heikle Schneefelder sollte man grundsätzlich nur mit langen Klamotten und Handschuhen überqueren, da die scharfen Kristalle im Falle eines Sturzes sonst üble Hautverletzungen verursachen können.
Die UV-Strahlung wird in der Höhe und mit reflektierendem Schnee gnadenlos, da sind LSF 50 und Sonnenbrille unabdingbar.
Auch eine Stirnlampe ist das ganze Jahr über im Rucksack.
Nach anfänglicher Skepsis bin ich mittlerweile ein absoluter Trekkingstock-Befürworter, da man nicht nur die Beine entlastet, sondern auch mit schwerem Rucksack insgesamt einfach aufrechter geht und zusätzlich anschieben kann.
Wir Guides haben noch eine Notfallausrüstung dabei, zu der ein Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, ein paar Schlingen, Karabiner und Seil gehören.
Auch Kartenmaterial nehme ich immer in Papierform mit, welches sich schön für die Tourenbesprechung des nächsten Tages eignet und auch funktioniert, wenn die elektrischen Hilfsmittel versagen.
Bei langen Touren lasse ich meine Kamera jedoch immer Zuhause, da der Rucksack sonst einfach zu schwer wird. Alles in allem immer ein durchdachter Spagat zwischen Ausrüstung und Gewicht.

Unsere Bergwanderführer Iris und Janosch mit Regenausrüstung.
Für jedes Wetter gewappnet: Regenausrüstung sollte im Rucksack immer eingepackt sein.

Worauf legst du wert bei deiner Ausrüstung? Was sind die wichtigsten Features?

Funktionalität, Gewicht und Qualität sind mir sehr wichtig. Reißverschlüsse, Stoff und Nähte müssen einiges aushalten können, da möchte man keine Kompromisse eingehen. Des Weiteren schaue ich auch wo es geht auf nachhaltig produzierte Produkte ohne Tierleid (beispielsweise bei Daune auf den Down-Kodex oder mulsing-free Merino). Ich recherchiere sehr lange bevor ich mir etwas zulege und fast alles erfüllt mehrere Zwecke. Je vielseitiger ein einzelner Ausrüstungsgegenstand ist, desto weniger braucht man, wodurch man mehr Platz hat, nachhaltiger unterwegs ist und genau weiß, was man hat und was funktioniert!

Neben den Schuhen hast du auch immer den gleichen Rucksack. Beides sollte dementsprechend komfortabel und praktisch sein. Worauf legst du bei Rucksäcken besonders wert?

Ein Rucksack muss einfach gut sitzen, gerade wenn man länger unterwegs ist merkt man jedes Gramm. Zudem ist ein gutes Rücken- und Gurtsystem sehr wichtig, damit nicht irgendwas drückt und man alles individuell auf den eigenen Körper abstimmen kann.
Mir sind die Herrenmodelle von Rucksäcken grundsätzlich zu lang, da ist es immer wichtig als Frau auch die Damenvariante zu nehmen, damit man auch den Hüftgurt passend einstellen kann. Dieser ist sehr wichtig, da man viel Gewicht von den Schultern nehmen kann.
Super praktisch sind kleine Fächer, damit man schnell an wichtige Dinge rankommt, ohne den säuberlich gepackten Rucksack komplett durchwühlen zu müssen.
Ich selbst habe gemerkt, dass ich auf Tour deutlich mehr trinke, wenn ich ein Trinksystem dabei habe, dieses sollte natürlich gut angebracht werden können. Befestigungsmöglichkeit für Stöcke sind wichtig, damit man mit den scharfen Spitzen nirgendwo hängen bleibt und alles schön kompakt beisammen ist.

Du bist mit unserem Futura 25 SL unterwegs. Wie zufrieden bist du und warum? Was gefällt dir besonders?

Ich bin sehr zufrieden mit dem Rucksack. Er hat genau die richtige Anzahl an Fächern, die auch sinnvoll verteilt sind. So weiß man genau, wo alles ist und kommt überall schnell ran. Das Damenmodell SL ist speziell auf die weibliche Anatomie angepasst, kann individuell eingestellt werden und hat sehr bequeme Hüftflossen. Das Mesh-Rückensystem sorgt für angenehme Belüftung und der Futura ist insgesamt sehr leicht, wodurch er sich perfekt für Touren eignet, bei denen man auch mal ins Schwitzen kommt.
Ich bin ein absoluter Fan der elastischen und luftdurchlässigen Fronttasche, wo man nasse Klamotten oder auch mal einen Pulli super schnell und ohne großen Aufwand reinpacken kann.
Außerdem kann man ihn auch prima als Alltagsrucksack verwenden, da der Laptop hineinpasst und so gut geschützt ist.

Rucksack einstellen mit Iris
Der Futura 25 SL ist mit einem kürzeren Rücken und konischen Hüftflossen auf die weibliche Anatomie abgestimmt.

Würdest du den Futura auch deinen Kunden empfehlen und wenn ja warum?

Ich kann ihn auf jeden Fall wärmstens empfehlen. deuter überzeugt seit Jahren durch Qualität, Funktionalität und Design. Auch bei dem Futura merkt man sofort, dass sich wirklich Gedanken zu jedem einzelnen Feature gemacht wurden und diese genau auf das Wandern abgestimmt sind. Noch dazu ist er sehr leicht, man schwitzt weniger und kann alles was man braucht kompakt auf Tour mitnehmen. Da es auch verschiedene Größen und Farben sowohl in der Herren- wie auch Damenvariante gibt, ist hier für jeden was dabei.

Hast du noch Tipps für unsere Kunden?

Leichte Trekkingstöcke – alles was man mit den Armen hochschieben oder abfedern kann, müssen die Beine nicht machen!
Aber das wichtigste sind natürlich gut passende Schuhe und Rucksack – man hat das ganze stundenlang unter Belastung am Körper! Bevor man auf große Tour geht, ruhig daheim mal alles packen und vor allem auch bei kleinen Touren zuvor mal mit vollem Rucksack und auch entsprechendem Gewicht (ca. 8kg) das ganze mal länger Probetragen. Dann kann man prima reinspüren was vielleicht noch eingestellt oder optimiert werden muss, oder ob man vielleicht doch noch ein paar Mal Treppen-Joggen gehen sollte, bevor man die Alpen überquert. Selbst wenn man sonst fit ist, Höhenmeter mit entsprechendem Gewicht auf dem Rücken zu gehen ist eine ganz andere Hausnummer.

 

Vielen Dank, liebe Iris, für die Einblicke in deine Ausbildung! Wir wünschen dir für deine weiteren Touren alles Gute!
Wenn du mehr über die Bergwanderführerausbildung erfahren möchtest, kannst du dich beim VDBS informieren.