10 Tipps für die Pflege deines Daunenschlafsacks

Langsam, aber sicher wird es winterlich. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter. Der Outdoor Sommer ist vorbei, doch unser Abenteuerdrang findet noch lange keinen Winterschlaf. Warum also nicht jetzt noch raus in die Natur, wenn der erste Schnee die Berge bedeckt, die Luft besonders klar ist und die sternenschwangeren Winternächte uns den Atem rauben? Damit du auch in der kalten Jahreszeit auf die volle Funktionalität deines Daunenschlafsacks vertrauen kannst, verraten wir dir hier 10 essenzielle Pflegetipps:

 

1. Richtige Lagerung für maximale Isolationswirkung 

Daunen sind ein Wunder der Natur. Sie sind elastisch und lassen sich leicht auf ein Minimum komprimieren. Löst man die Komprimierung, kehren sie schnell wieder in ihren natürlichen Ausgangszustand zurück. Hier können sich ihre filigranen Ästchen entfalten und eine maximale Menge an Luft einschließen. Die Luft wird durch die Körperwärme aufgeheizt und gespeichert. Um dich mollig warm durch die kalten Nächte zu bringen, müssen die Daunen ihre volle Bauschkraft (Loft) und damit maximale Wärmespeicherkapazität entfalten können. Deshalb solltest du deinen Daunenschlafsack immer rechtzeitig vor dem Schlafengehen aus dem Packsack holen und aufschütteln. Und wenn der Schlafsack mal nicht in Gebrauch ist, dann bewahre ihn zu Hause am besten lose im Aufbewahrungssack, einer großen Tasche oder Kopfkissenbezug auf oder lagere ihn komplett offen.

 

2. Unterwegs gilt: stopfen statt rollen 

Mal ehrlich: Rollst du deinen Schlafsack beim Packen immer zusammen? Eigentlich ja logisch, den voluminösen Schlafsack klein zusammenzurollen, damit er in den Packsack passt. Aber dabei knickt die Füllung immer an den gleichen Stellen und lässt diese irgendwann sogar brüchig werden. Um das zu vermeiden, solltest du den Schlafsack mit dem Fußteil beginnend in den Packsack stopfen. Damit verteilt sich der Druck, die Daunen werden geschont, der Schlafsack ist noch besser komprimierbar und lässt sich leichter verpacken. Schlafsäcke mit winddichtem oder beschichtetem Außenmaterial lassen sich noch besser stopfen, wenn du sie vorher auf links drehst.

Auch wenn es sich vielleicht ungewohnt anfühlt: Stopfen ist besser als Rollen!

3. Frische Luft lässt Daunen aufatmen 

Feuchtigkeit und Nässe sind nicht so dein Ding? Dann geht es dir wie den Daunen. Sie können zwar viel davon aufnehmen, verklumpen jedoch dadurch und verlieren drastisch an Isolationsvermögen und damit der Wärme, die sie dir spenden können. Deshalb solltest du darauf achten, deinen Daunenschlafsack nach jeder Nutzung gut aufzuschütteln und auszulüften. So kann die nachts aufgenommene Feuchtigkeit wieder abgegeben und das Isolationsvermögen wiederhergestellt werden. Ein weiterer Pluspunkt: dein Schlafsack wird bei regelmäßiger Lüftung nie müffeln.

Vergiss nicht, deinen Schlafsack regelmäßig auszulüften und auzuschütteln. Dadurch kann er Feuchtigkeit abgeben und fängt nicht an zu müffeln.

4. Inletts schützen vor Verschmutzung

Je öfter du deinen Schlafsack wäschst, desto eher wird er verschleißen. Um das zu verhindern und gleichzeitig das Innenleben deines Schlafsacks vor Schmutz und Schweiß zu schützen, kannst du spezielle Inletts verwenden. Die gibt es in verschiedenen Materialien wie Baumwolle, Seide oder Polyester. Zusätzlich erhöhen sie die Komforttemperatur deines Schlafsacks. Bei sehr kalten Außentemperaturen kannst du auch eine Dampfsperre (Vapor Barrier Liner), einen dampfdichten Innenschlafsack verwenden, der verhindert, dass deine Körperfeuchtigkeit die Bauschfähigkeit der Daunen reduziert.

 

5. Waschen reduziert Wärmeleistung

Waschen ist für die Wärmeleistung deines Schlafsacks nicht wirklich förderlich. Deshalb solltest du den Schlafsack nur dann waschen, wenn Lüften oder Herauswaschen von einzelnen Flecken kein erträgliches Ergebnis mehr bringen. Grobe Regel: Ein Schlafsack sollte nach ca. 60 Nächten (ohne Inlett) oder ca. 120 Nächten (mit Inlett) gewaschen werden. Hierbei solltest du auf Folgendes achten:

  • Repariere alle Schadstellen und Risse vor dem Waschen, um ein weiteres Aufreißen oder einen Verlust der Füllung zu verhindern.
  • Schließe den Reißverschluss, so kann er nicht ausreißen und dreh die Innenseite deines Schlafsacks nach außen.
  • Verwende ausschließlich Daunenwaschmittel.
  • Handwäsche
    • Mit reichlich lauwarmem Wasser in der Badewanne
    • Weiche den Schlafsack etwa eine Stunde ein
    • Spüle sorgfältig aus und wische ggf. Waschmittelflecken mit einem Tuch ab
    • Drücke den Schlafsack leicht aus, statt ihn auszuwringen und dadurch ggf. die Kammern zu beschädigen
  • Wollwaschgang bei 30°C
    • Nutze Waschmaschine mit 10-Kilogramm-Trommel und größer, da Daunen Platz brauchen
    • Wollwaschprogramm mit Spezialwaschmittel nach Herstellerangaben
    • Niedrigste Schleuderumdrehung, damit Kammern nicht beschädigt werden
    • Extra-Spülgang, damit der Schlafsack definitiv frei von Waschmittelrückständen ist

 

6. Richtig trocknen – für perfekte Bauschkraft

Gerade bei leichten Schlafsäcken mit dünnem Außenmaterial können im nassen, schweren Zustand schnell die Daunenkammern reißen. Deshalb solltest du zuerst das Wasser leicht aus dem Schlafsack drücken und abtropfen lassen. Dann breitest du ihn flach über einem Wäscheständer aus. Achte darauf, dass hierbei die Füllung nicht in einer Ecke zusammenklumpt. Wenn du einen Wäschetrockner hast, dann solltest du die niedrigste Stufe bzw. maximal 30 Grad verwenden und drei Tennisbälle mit in die Trommel geben. Sie helfen die Füllung locker und gleichmäßig zu verteilen. So bilden die feuchten Daunen keine Klumpen. Um ganz sicher zu gehen, dass der Schlafsack wirklich trocken ist, solltest du ihn noch ein bis zwei Tage in einem gut belüfteten, warmen Raum hängen lassen.

 

 

7. Schäden sofort reparieren

Scharfkantige Gegenstände oder raue Felsen mögen Schlafsäcke gar nicht. Gerade bei Daunenschlafsäcken führen Löcher, Risse oder Schnitte schnell zu einem hohen Verlust des Isolationsmaterials. Doch kein Grund zu Panik. Viele der Beschädigungen kannst du selbst reparieren: Kleinere Löcher versiegelst du ganz einfach mit einem Reparaturkleber, Beschädigungen größeren Ausmaßes kannst du mit geeigneten Reparaturbändern und Flicken aus Reparatursets verkleben. Wenn du keinen passenden Flicken mehr hast, dann melde dich einfach bei unserem Kundenservice. Für die schnelle, vorübergehende Schadensbegrenzung unterwegs empfiehlt sich Panzerband oder Fingertape. Und wenn sich Daunen oder Federn durch die Außenhaut schieben, solltest du sie niemals herausziehen, sondern vorsichtig zurückschieben und so größere Löcher vermeiden. Wenn allerdings durch Materialermüdung große Flächen kaputt gehen, ist es Zeit sich an unseren Reparaturservice zu wenden. Wir helfen dir, deinen Schlafsack wieder fit zu machen.

In unserer Reparaturwerkstatt machen wir nicht nur deinen Rucksack, sondern auch deinen Schlafsack wieder fit!

 

8. Wenn der Reißverschluss klemmt

Die Reißverschlüsse deines Schlafsacks können schnell mal zur Zerreißprobe werden. Sie sind oft starken Querbelastungen ausgesetzt, leiern dadurch aus, und der Schlitten des Reißverschlusses springt beim Öffnen oder Schließen aus seiner Führung. Ist das der Fall, kannst du versuchen, mit einer kleinen Zange die Seiten des Schlittens wieder vorsichtig zusammenzudrücken. Um die Leichtgängigkeit des Reißverschlusses zu erhalten, kannst du ihn mit Imprägnierungswachs oder mit der Graphitspitze eines Bleistifts einreiben. Ist der Reißverschluss jedoch gerissen oder sind dessen Zähne beschädigt, muss der gesamte Reißverschluss ausgetauscht werden. Dafür kannst du dich gern wieder an unseren Reparaturservice wenden.

 

9. Auf die Matte – so liegst du richtig

Unebener Untergrund, spitze Gegenstände und kriechende Bodenkälte haben dir schon oft den sanften Schlaf geraubt? Dann ist dir auch klar, dass dein Schlafsack nie direkt am Boden liegen sollte. Zum einen, weil du ihn so Schmutz und Beschädigungen aussetzt. Zum anderen, weil er auf diese Weise nicht seine maximale Wärmeleistung abrufen kann. Die Daunen, auf denen du liegst, werden von deinem Körpergewicht zusammengedrückt und weisen deshalb nicht die Bauschkraft auf, die für eine entsprechende Wärmeversorgung notwendig ist. Deshalb solltest du deinen Schlafplatz zuallererst von spitzen Gegenständen und Unebenheiten befreien und mit einer Isomatte oder prall aufgeblasenen Matte für eine gute Isolationsschicht zwischen dir und dem Boden sorgen. Reicht dies nicht aus, kannst du in Rumpfhöhe zusätzlich deine Ersatzbekleidung, Pack- und Rucksack oder Laub und kleine Äste unter die Matte legen.

Ein Daunenschlafsack ist oft eine Investition für’s Leben. Bei der richtigen Pflege hält er dich lange warm und begleitet dich auf deinen Abenteuern. Foto: Martin Bissig / Karakorum Gebirge in Pakistan

10. Nachhaltige Kaufentscheidung

Ein Daunenschlafsack ist in vielerlei Hinsicht eine wertvolle Anschaffung – mRDS Logoonetär, praktisch und ideell. Qualität hat ihren Preis, das zahlt sich jedoch aus. Wir verwenden nur RDS zertifizierte Daunen für unsere Schlafsäcke. Der Responsible Down Standard (RDS) gewährleistet, dass die Daunen und Federn von Tieren kommen, die artgerecht behandelt, ihre angeborenen Verhaltensweisen an den Tag legen können und kein Leid erfahren. So kaufst du ein hochwertiges, natürliches Produkt. Und du kannst in deinen Outdoor-Nächten ruhigen Gewissens schlummern.